Beim „7. Sportgipfel Tirol – St. Anton am Arlberg“ am 20. März 2025 beleuchteten Sportstars und Sportjournalist:innen mit renommierten Expert:innen aus Tourismus, Wirtschaft und Wissenschaft die Zukunft von Sportveranstaltungen.

Diskussionen, Live-Streams und TV-Sendungen standen erneut im Mittelpunkt des „Sportgipfel Tirol – St. Anton am Arlberg“, der am 20. März 2025 stattfand. Dabei tauschten sich hochkarätige Panels über die Zukunft internationaler Sportevents, deren Nachhaltigkeit, Vermarktungschancen sowie neue Rahmenbedingungen für die Sportberichterstattung aus. In prominenten Runden wurden auch Chancen und Herausforderungen der Bewerbung von St. Anton am Arlberg für die Ski-WM 2033, mögliche Auswirkungen internationaler Sportevents auf regionale Lebensräume wie Tirol und die „Psychologie des Erfolgs“ diskutiert.

Die Veranstaltung startete mit einem Panel, das die Sichtbarkeit von Sportarten am „Wahrnehmungsrand“ thematisierte. „Ohne Medien geht der Sport nicht“, brachte es Markus Prock, Präsident des Österreichischen Rodelverbands, auf den Punkt. „In den letzten Jahren hat sich durch das Internet und Social Media außerdem viel verändert. Man muss bei Sportevents Content produzieren. Wer liefert, ist dabei.“ Janine Flock, Skeletonpilotin und 4-fache Europameisterin, meinte: „Es braucht in Verbänden unbedingt Leute, die sich um Pressearbeit kümmern. Natürlich sind auch Erfolge Voraussetzung für eine mediale Berichterstattung.

Ein Talk widmete sich der Frage, wie Großveranstaltungen zukünftig organisiert werden können. Martin Ebster, Direktor des TVB St. Anton am Arlberg, betonte im Hinblick auf die Bewerbung von St. Anton am Arlberg für die Ski-WM 2033: „Der Berg und die Infrastruktur sind da, und wir stellen uns hochmotiviert der Herausforderung. Besonders wichtig ist uns dabei, dass die Bevölkerung dahintersteht und nachhaltige Aspekte berücksichtigt werden.“ Simone Larcher, Vorständin der Abteilung Sport beim Amt der Tiroler Landesregierung, sprach die Budgets von Veranstaltungen an: „Sportevents können nur funktionieren, wenn es dafür Unterstützung der öffentlichen Hand gibt. Leider haben jedoch auch wir mit finanziellen Herausforderungen zu kämpfen. Es gilt daher, bestehende Sportstätten langfristig zu nutzen. Für neue Sportstätten haben wir derzeit keine finanziellen Kapazitäten.

In einem Sport-TV-Talk wurden Chancen und Herausforderungen der Bewerbung St. Antons für die Ski-WM 2033 beleuchtet. Peter Mall, OK-Chef der Arlberg Kandaharrennen, erklärte: „Wir haben das Know-How und die notwendigen Partner im Österreichischen Skiverband, das haben wir bereits bei der Ski-WM 2001 unter Beweis gestellt.“ St. Anton habe zwei Trümpfe im Ärmel, die WM zugesprochen zu bekommen, sagte der ehemalige Skirennläufer Marco Büchel. „Zum einen hat sich St. Anton bereits bei der WM 2001 bewiesen, zum anderen ist es schneesicher.

Den ersten Programmpunkt des Abends bildete ein launiger Ausflug in die Königsklasse des Motorsports mit Formel 1 ORF-Moderator Ernst Hausleitner und dem ehemaligen österreichischen Rennfahrer und F1-Teamchef der Scuderia Alpha Tauri, Franz Tost. „Diese F1-Fahrer sind innovativ – sie denken darüber nach, wie sie ihre Gegner schlagen können, erkennen deren Schwächen und nützen diese aus. Diese Fahrer sind Egoisten – und je schlimmer sie sind, desto lieber sind sie mir“, betonte Tost. In der zweiten Diskussionsrunde des Abendprogramms wurden Auswirkungen internationaler Sportevents aus Tiroler Sicht beleuchtet. Barbara Plattner, Geschäftsführerin von Innsbruck Tourismus, hob hervor: „Mit den zahlreichen Sportevents, die wir durchführen, bespielen wir zum einen eine internationale Bühne, zum anderen bringen die Veranstaltungen Wertschöpfung in die Region Innsbruck. Außerdem bieten Sportevents für die Bevölkerung eine tolle Atmosphäre und motivieren dazu, selbst Sport zu treiben.“ Auf die Frage, für welche Events Tirol am besten geeignet sei, antwortete Patricio Hetfleisch, Marketingleiter der Tirol Werbung: „Natürlich für solche, die mit der Marke Tirol einhergehen. Die Ski-WM in St. Anton wäre ein solcher Event, der den Skisport und unsere Skikompetenz einmal mehr vor den Vorhang holen würde.“ Hubert Siller, Leiter des MCI Tourismus, bedauerte, dass man sich in Tirol gegen mögliche Olympische Winterspiele 2026 in Innsbruck ausgesprochen hat. „Das schmerzt schon und ich glaube, dass wir damals eine große Chance vergeben haben, über die sich jetzt Cortina d’Ampezzo freuen darf.

Besonders spannend wurde es auch noch einmal zum Abschluss des Sportgipfels, bei dem der deutsche Kult-Kommentator Béla Réthy mit dem Sportpsychologen Hans-Dieter Hermann, dem 2-fachen Hockey-Weltmeister Philipp Crone und der ehemaligen österreichischen Skirennläuferin Eva-Maria Brem über die „Psychologie des Erfolgs“ sprach. Hermann betonte, dass man Rückschläge annehmen und nicht damit hadern sollte. Crone meinte, dass ihm Angst auch dabei geholfen hätte, konzentrierter und damit besser zu spielen. Brem hielt fest: „Es ist gut, dass es heute leichter geworden ist, sich Hilfe zu holen und dazu zu stehen, wenn man sie braucht.