Heuer blicken Österreichs Seilbahnen gemeinsam zurück auf ihre Wurzeln. Denn mit der Rax-Seilbahn und der Tiroler Zugspitzbahn feiern 2026 zwei Anlagen ihren 100. Geburtstag, im Jahr darauf folgen die Pfänderbahn, die Feuerkogelbahn und die Schmittenhöhebahn.

Was mit viel Wagemut, Pioniergeist und technischem Geschick begann, hat sich bis heute zu einer der erfolgreichsten Branchen des Landes entwickelt, denn schon bald nach der Nutzung zum Materialtransport dienten Seilbahnen als wirkungsvolles Mittel zur Beförderung von Personen. Zunächst vor allem für Sommergäste, Wanderer und Kurgäste in den Alpenregionen im Einsatz, waren die Zugspitzbahn und die Rax-Seilbahn bereits für den öffentlichen Personenverkehr unterwegs. Der Startschuss für eine Erfolgsgeschichte, die schon bald andere Regionen des Landes mit dem Bau der ersten Sessellifte und Schlepplifte erfasste.
Parallel zum wachsenden Tourismus entwickelten sich auch die Anlagen in hohem Tempo weiter. Zunächst waren es meist Einseilpendelbahnen, also Kabinen, die an einem einzigen Seil pendeln und gegenläufig fahren. Nach dem Ende des Ausbaus durch den zweiten Weltkrieg setzte dann ein wahrer Tourismus- und Seilbahnboom ein. Skifahren wurde zum Nationalsport, Schlepplifte verbreiteten sich rapide und ab den 60er-Jahren folgte der technologische Schritt in Richtung Sessellifte und Pendelbahnen.
Technologische Innovation als ständige Begleiterin
Markant für die Seilbahnen ist dabei, dass technologische Innovation stets eine treibende Begleiterin war und damit untrennbar mit der immer größeren Bedeutung des Tourismus verbunden ist. Kuppelbare Sessellifte und Kabinenbahnen nach dem Einseilumlaufprinzip steigerten nicht nur den Komfort, sondern auch das Potenzial der Skigebiete. Neue High-Tech-Anlagen mit Wetterschutzhauben, vollautomatisierten Steuerungen und beheizten Sitzen folgten ebenso wie kapazitätsstarke 8er- und 10er-Kabinenbahnen und spektakuläre 3S-Bahnen. Alle vereint dabei die inzwischen umfassende Versorgung mit erneuerbarer Energie und hoheEffizienz im Betrieb.
Heute sorgen österreichweit 2.526 Anlagen für jährlich über 50 Millionen Skier Days, wodurch Österreich mit USA und Frankreich zu den weltgrößten Anbietern von Skierlebnissen zählt. „Ohne die technischen Höchstleistungen im Seilbahnbau wäre die Entwicklung des Tourismus zu einem der wichtigsten regionalen Wertschöpfungsmotoren undenkbar gewesen. Grund genug, diesen 100er gebührend zu feiern und positiv und zuversichtlich in die Zukunft zu blicken“, so Franz Hörl, Obmann des Fachverbandes der österreichischen Seilbahnen.