Langlauf & Fun-Alternativen

von Alexandra Otto 19/05/2020
Material
Langlauf & Fun-Alternativen

Bewegung im weißen Umfeld

DIE VARIANTEN um sich genussvoll durch die Natur zu bewegen erfahren immer neue Spielarten. Zu den Schneeschuhen haben sich zum Beispiel die Crossblades gesellt. Damit nicht genug, sind nun auch „Snowfeet“ am Markt, die wie Eislaufschuhe für Skipisten funktionieren. Im Prinzip werden auf normale Winterschuhe Fieberglas-Laufflächen mit Stahlkanten montiert, die auch mit einer Fersenbremse aufwarten. Aber das sind nur einige der neuen Formen, die verschneite Natur zu nutzen. Natürlich sind in der horizontalen die Möglichkeiten beschränkt, mehr Spielraum gibt es bergab. Wo nun zum Beispiel Inline-Skater mit den Sled Dogs auf die Piste können und Prodaptive ein „Sitzsnowboard“ konstruiert hat, was man irgendwie als Boardervariante des Brenter-Snowbikes betrachten könnte. Gerade auf diesem Gebiet, das Nichtskiläufern die Möglichkeit verschafft, auf Pisten ins Tal zu rasen, gibt es immer wieder neue Ideen. Etwa das Hillside Snowtrike oder auch – halb Fat-Bike, halb Skibob – das Scatchard. Wobei man damit auch in der verschneiten Ebene gut weiterkommt. Doch auch beim Langlauf gibt es immer wieder Neuerungen, etwa variablere Bindungssysteme. Integrierte Felle bringen eine Renaissance der klassischen Technik. Die wichtigsten Produzenten setzen hier neue Zeichen (siehe rechts). Womit wir beim Grundsätzlichen wären:
EHE ES IN DIE FREIE WILDBAHN geht, gilt es beim Kauf einer Langlaufausrüstung erst einmal in sich zu gehen. Wie sportlich will ich’s angehen? Denn bei den Skiern wird in Wanderer, Allrounder, Sport- und Rennmodelle unterschieden. Doch schon zuvor gibt es die Wahl der Grundtechnik: Classic oder Skating. Beim Classic-Ski bildet der mittlere Bereich die Steigzone, die bei Kontakt am Schnee haftet und den Abdruck nach hinten ermöglicht. Beim Wachsski wird die Steigzone mit Haftwachs versehen, beim Nowax-Ski sind mechanische oder chemische Steighilfen – und immer häufiger Felle – in die Lauffläche integriert.

SKATINGMODELLE besitzen keine Steigzone und sind im Vergleich zum klassischen Modell etwas kürzer und leichter gekrümmt, wobei bei der Kaufentscheidung dem Körpergewicht eine noch wichtigere Rolle zukommt. Ist die Spannung 
zu hoch, lässt sich der Ski kaum drehen, ist sie zu gering, gleitet der Ski schlecht. Die Skilänge sollte 5 bis 10 cm zusätzlich zur Körpergröße betragen. Je professioneller der Läufer, desto länger das Gerät. Bei den Langlaufschuhen wird beim klassischen Stil zwischen halbhohen und flachen Modellen unterschieden, wobei erstere für Anfänger und 
Freizeitläufer besser geeignet sind. Sie weisen eine höhere Stabilität auf. Die flachen Modelle bieten mehr Bewegungsfreiheit. Im Gegensatz zu den Classic-Modellen sind die Skatingschuhe höher geschnitten, damit die Sprunggelenke stabilisiert werden. Es gibt auch Kombimodelle, die aber besser gemieden werden sollten.

BEI DEN LANGLAUFBINDUNGEN gibt es nur zwei Lizenzgeber, Salomon und Rottefella. Die beiden verbliebenen Bindungssysteme arbeiteten bis zur Einführung des neuen Turnamic von Fischer nach dem gleichen Prinzip, waren aber nie kompatibel. Bei der Wahl der Langlaufstöcke gilt es ebenfalls nach der Technik zu unterscheiden. Prinzipiell sollte zur Ausübung der klassischen Technik der LL-Stock bis zur Achselhöhe reichen, beim Skating muss der Stock etwas länger sein. Je nach Können bis hinauf zum Kinn oder gar Nasenspitze. Die Stöcke sind meist aus Glasfiber  oder Aluminium gefertigt, um möglichst leicht zu sein. Bei besseren Modellen hat längst Carbon Einzug gehalten. Die Gewichtsersparnis macht den Stock nicht nur teuer, sondern es kommt auch häufiger zum Stockbruch. Auch bei den 
Schlaufensystemen gibt es einige Unterschiede. Wanderer begnügen sich mit einfachen Schlaufen. Sie ermöglichen ein schnelles An- und Ausziehen. Handschlaufen hingegen, die mit einem Klettverschluss am Handgelenk befestigt werden, bieten den perfekten Halt. 

AN SCHNEESCHUHEN KOMMT NICHT VORBEI, wer sich durch den tief verschneiten Winterwald noch langsamer als mit Langlaufskiern bewegen will. Dieser Trend zur Naturerkundung wird durch immer qualitätsvolleres Material gefördert. Denn die Zeiten sind vorüber, wo die Trapper mit „Tennisschlägern“ am Winterschuh dahinstapften.