Kunstvoll Boarden

von Alexandra Otto 03/11/2020
Material
Kunstvoll Boarden

ALLES BLEIBT ANDERS. Nach dieser Devise leben die Snowboardproduzenten – immer häufiger abseits der etablierten Wintersportindustrie – ihre Kreativität aus. Nichts ist bei den Boards so konstant wie der Wandel. Alle Jahre werden neue Designs entwickelt, in einer Vielfalt, wie sie bei keinem anderen Sportgerät zu finden ist. Doch neben dem äußeren Erscheinungsbild sind ab und zu auch technische Neuheiten zu entdecken. 

GENIALITÄT macht sich auch bei neuen Bindungen breit, wo Plum den Wechsel zwischen „regular“ und „goofy“ mit einem Handgriff erledigt. Komplett neu am Markt ist die Clew-Bindung („CLever & nEW“). Man montiert den oberen Bindungsteil am Schuh und kann dann ohne Bücken in den am Board montierten Bindungsteil steigen. Funktioniert mit allen Softboots und Snowboards. Neu ist seit vergangenem Winter der PowDaze von Allwinter-Snowboarding. Ein Aufsatz für Twinboards, dass aus jedem Board mit wenigen Handgriffen ein Powderboard entstehen lässt. Und Head Snowboards hat sich für den Boardverleih etwas Einfallen lassen. Die Flatbed-Bindung wurde speziell für Rental entwickelt. Insgesamt setzen immer mehr Anbieter auf sehr konsequente Linien. Die Optik lässt sich kaum beschreiben, wir haben von den neuen Modellen einige typische Präsentationen während der ispo abgelichtet. 

SPLITBOARDS sind auch in der kommenden Saison ein Thema. Nachdem die teilbaren Bretter vor einigen Jahren mit dem großen Trend zu Backcountry-Touren verstärkt in den Fokus der Hersteller gerückt sind, gibt es dazu immer wieder neue Ideen. Inzwischen gibt es kaum eine große Marke, die kein Splitboard im Angebot hätte. Dabei wird nicht nur die Palette generell größer. Auch die Vielfalt an Modellen nimmt zu. 

WO ES GEHT WIRD AM GEWICHT GESPART. Insbesondere leichte Karbonkonstruktionen helfen dabei beim Abspecken. Geringes Gewicht ist besonders bei den Freeride-Brettern ein Thema. Wer sein Board beim Aufstieg auf dem Rucksack trägt, ist froh um jedes Gramm Gewichtersparnis. Mit Basaltfasern aus Lavastein greift Goodboards auf einen wenig energieintensiv zu gewinnenden und leichten Rohstoff zurück. Im Vergleich zu Glasfasern glänzt Basalt mit extrem guten mechanischen Eigenschaften, wie hervorragender Dämpfung und eben seinem geringem Gewicht. Spezialitäten machen das Boarden auch unter ungewöhnlichen Voraussetzungen zum uneingeschränkten Vergnügen. 

SURFEN PUR könnte man als jüngsten Trend erkennen. Boots mit gutem Grip und ebensolche Auflagen am Board, diese manchmal auch mit einem Seilgriff versehen – so können Profis locker durch den Powder surfen. Pistentauglich 
ist der Pistenscooter von Eretic. Dabei werden auch die Boots und Bindungen immer ausgefeilter. Superleichte, effektive Dämpfungssysteme  schonen die Gelenke auch bei extremer Belastung. Die Kabelkonstruktionen in Ratschen und Straps sind mittlerweile so ausgereift, dass im Idealfall nur einmal das System eingestellt werden muss. Schnellverschlüsse sind an der Tagesordnung, die Vorlageneinstellung ohne Werkzeug angenehm. Sohlen wie von Bergschuhen sorgen für sicheren Halt auch auf vereisten Halfpipe-Copings. 

BEI ALLER VIELFALT bleiben natürlich die grundsätzlichen Linien unverändert: Es gibt die rasanten Alpin-Raceboards, die echten Könnern vorbehalten bleiben, und die vor allem in den Parks anzutreffenden wendigen kürzeren Freestyleboards.