Action und Spaß im Schnee

von Alexandra Otto 09/03/2020
Boarding/Funparks
Action und Spaß im Schnee

AUF DER PISTE muss man nicht nur mit Skiern oder Snowboard unterwegs sein, auch der gute alte Skibob ist immer noch eine Alternative. Heute hört das Sportgerät allerdings auf den wesentlich hipperen Namen Snowbike. Das Grundprinzip ist zwar dasselbe, dennoch hat das Snowbike nur noch bedingt etwas mit einem Skibob zu tun. Es ist wesentlich komfortabler, gut gefedert und lässt sich nach einer kurzen Eingewöhnungsphase ganz leicht bedienen. Steuerung und Richtungswechsel funktionieren einfach nach dem Prinzip der Gewichtsverlagerung, wobei der Trick ist, beim Kurvenfahren mit dem Kopf nach oben – also in Fahrtrichtung – zu schauen und schon passiert die Drehbewegung fast wie von selbst. Die Miniskier auf den Füßen spielen dabei nur eine untergeordnete und höchstens unterstützende Rolle. 
BEIM TRAINING in Obertauern mit den Snowbike-Profi Hermann Koch lernten die Ski Guide-Autoren das Fahren in einigen wenigen Schritten – und binnen zwei Stunden. Und danach ging es bereits die anspruchsvolle Zehnerkarpiste ohne wesentliche Probleme herunter. Die erste Phase des Kennenlernen mit den Snowbike erfolgte im Flachen mit anschließender kurzer Abwärtsfahrt. Danach ging es bereits mit dem Sessel den Sonnenlift hinauf, was eine gewisse Herausforderung darstellte – insbesondere was den Transport des seitlich am Sessel eingehängten Snowbikes betraf – sowie das Aussteigen aus dem Sessellift. Aber auch das bekommt man mit entsprechender Anleitung spätestens beim zweiten Mal hin. Mit der Gondel ist der Aufstieg ohnehin kein Problem, zumal sich das moderne Snowbike zusammenklappen und somit einfach transportieren lässt. Technisch hat man als durchschnittlich begabter Wintersportler das Fahren mit dem Snowbike wie gesagt bald drauf und es macht auch durchaus Spaß. Kurve um Kurve geht’s abwärts und mit jedem Versuch wird das Fahren flüssiger, einfacher und schneller. Auch das Bremsen sollte dann kein Problem mehr sein. Spannend wird es höchstens dann, wenn man mit dem Bike wirklich schnell unterwegs ist, dann sollte man schon konzentriert bleiben. Ob das Snowbiken für eingefleischte  Skifahrer oder Snowboarder tatsächlich eine echte und längerfristige Alternative darstellt, muss jeder für sich selbst entscheiden – eine Abwechslung, die zwischendurch Pepp ins Winterurlaubserlebnis bringt, ist es jedenfalls allemal. 
DASS MAN ABSEITS DER PISTEN nicht nur Winterwandern oder Rodeln kann, zeigt sich beispielsweise in der Salzburger Region Saalbach-Hinterglemm: Dort befindet sich in Vorderglemm im Ortsteil Jausern oberhalb des Tales die Snowmobil-City, die erste Flutlichtsnowmobilanlage im Land, wo man selbst Skidoo fahren oder mitfahren kann. Ein attraktiver knapp 500 Meter Rundkurs mit zahlreichen Kurven, Steigungen und Abwärtspassagen verspricht Spaß 
und Action, fordert aber auch Neulinge – und es ist ratsam das Fahren behutsam anzugehen. Zumindest solange bis man raus hat, wie das Gefährt genau reagiert und auf welchen Streckenteilen welche Geschwindigkeit möglich ist. Besonders in den ersten Runden und in den Kurven empfiehlt es sich an die Fahr- und Sicherheitstipps, die einem vor dem Start gegeben werden, zu halten. Die Fahrten werden von einem Kontrollzentrum an der Boxengasse aus kontrolliert und von dort werden die Skidoos bei Bedarf wieder zurückgerufen. Gefahren wird mit Freestyle Back Country Skidoos mit 300-Kubik-Rotax-Motoren und einer Höchstgeschwindigkeit von 60 Stundenkilometern. Helme – das Tragen ist Pflicht – werden zur Verfügung gestellt. Skibrillen sollte man selbst mitbringen ebenso festes Winterschuhwerk – das Tragen von Skikleidung wird empfohlen, das von Skischuhen ist dagegen nicht erlaubt. Jeder fährt übrigens auf sein eigenes Risiko. Wer unter 15 Jahre alt ist, darf nur als Passagier mitfahren. Und wer den 
Eindruck macht, möglicherweise andere zu gefährden oder alkoholisiert zu sein, dem wird die Benutzung der Anlage verwehrt – das ist auch gut so.
DAS FAHREN selbst macht tatsächlich Spaß – Gas geben und schon geht’s zur Sache! Wer den Parcours unbeschadet bewältigen will, sollte bestimmte Hinweise unbedingt einhalten: Als erstes einmal die Reißleine an der Kleidung oder am Handgelenk befestigen, den Gashebel mit Gefühl betätigen und vorsichtig fahren. Und nicht vergessen in die Kurven hineinlegen. Im Prinzip funktioniert das Skidoo-Fahren ganz einfach: Das Gas ist rechts, um zu starten muss der Gashebel mit dem Daumen vorsichtig nach vorne gedrückt werden. Die Bremse ist links – um zu 
stoppen, ist der Hebel langsam zu sich zu ziehen. Wichtig ist, niemals gleichzeitig Gas zu geben und zu bremsen. Wichtig ist auch, den anderen Fahrern genug Platz zu lassen – und die eigenen Grenzen zu erkennen. Sowie natürlich auch die Streckenregeln zu beachten.
EIN BESONDERES ERLEBNIS ist das Fahren mit Pistenraupen, das immer stärker nachgefragt wird. In der 
Snowmobil-City gibt es zwei 9.500 Kilo schwere und 250 PS starke Prinoth-Geräte, die auf einem alternativen, nahe gelegenen Kurs bewegt werden können. Insgesamt ist der Fahrspaß nicht nur aufregend sondern auch durchaus leistbar: Snowmobilfahren kostet pro Erwachsenen 25 Euro für 15 Minuten, die Miete für die ganze Strecke samt acht Skidoos für eine Stunde kommt auf 700 Euro. Das Pistenraupenfahren kostet etwas mehr: nämlich 145 Euro für 30 
Minuten samt Einweisung und Aufsichtsperson bzw. 45 Euro nur das Mitfahren. Aber auch in Kitzbühel kann man mit dem Motorschlitten seine Runden über einen eigens präparierten Parcours ziehen – ebenso wie auf der Turracher Höhe, wo zweistündige geführte Touren angeboten werden. In Zell am See/Kaprun oder Schladming wiederum ist es ebenfalls möglich, an Bord von elf Tonnen schweren und 500 PS starken Pistenraupen über die schneebedeckten 
Hänge mitzufahren.